Agenda Angebote Was tun bei Fotos & Berichte Über uns Downloads Links  

Zeichen der Verbundenheit

Kerze_BL_500_166.JPG

Setzen Sie ein Zeichen der Verbundenheit



In diesen herausfordernden Zeiten rufen wir alle auf, ein Zeichen der gesellschaftlichen Verbundenheit zu setzen. Zünden Sie jeden Abend eine Kerze an und stellen Sie diese vor Ihr Fenster. Die Pfarrfamilie Burger teilt ihr Licht der Hoffnung mit uns, verbunden mit täglichen Gedanken oder Gebeten.

Pfrn. Monika Burger

79. Tag - Pfingstsonntag, 31. Mai:
Pfingsten – das Fest der Geistgabe.
Pfingsten – der Tag an dem sich Angst und Verwirrung in Freude und Verstehen wandelt.
Pfingsten – der Tag des 79. Gebetes
Pfingsten – der Tag meines letzten kleinen Gebetes.
Ich gebe es zu, ich war versucht mit einem 80. Gebet, die Zahl rund zu machen. Aber in den vergangenen Wochen war und lief nichts rund.
Deshalb passt die sperrige 79 besser, als die runde und glatte 80.
Ich danke allen, für das Lesen, Liken und Weiterverschenken der Gebete, ob auf Facebook, der Homepage oder traditionell ausgedruckt auf handfestes Papier in unserer Kirche. Ich danke allen für Eure Rückmeldungen, die haben mich bestärkt weiterzumachen, wenn mir manchmal die Worte und die Zeit fehlten.
Ich danke allen Vordenkerinnen und Vorbetern, die mir ihre Gedanken und Worte geliehen haben.
Zuletzt danke ich Gott, denn es waren nicht meine Worte. Vielmehr schenkte Er mir seine Worte der Liebe und Hoffnung.

Heute gebe ich Euch allen die Worte von Mascha Kaléko mit auf den Weg.
Was für Gedicht gilt, gilt für Gebete schön längst.

Mein schönstes Gedicht?
Ich schrieb es nicht.
Aus tiefsten Tiefen stieg es.
Ich schwieg es.

Bhüet Euch Gott, Eure Pfarrerin Monika Burger

78. Tag - Samstag, 30. Mai:
Gott, angesichts der grossen Welle, die uns alle bedrohte, waren wir uns nahe.
Junge haben für die Alten eingekauft, Gesunde die Kranken gepflegt, alle sind für die Bedrohten zu Hause geblieben, haben verzichtet für die Schwachen.
In Angst und Unsicherheit wurden wir uns nahe.
Wir waren Nächste, die wir gestern noch nicht waren. Teilten Fragen und Sorgen. Solidarität und Gemeinschaft entstand, wo wir vorher Tür an Tür lebten, ohne uns zu kennen.

Gott, es steht die letzte Woche mit strengen Massnahmen an. Vorher ist aber noch ein spezielles Wochenende, es ist Pfingsten.
Das Fest der übersprudelnden Fülle der Geistkraft. Das Fest, an dem die Menschen erfüllt wurden von den Flammen deiner Liebe. Diese Erfahrung hat sie so verändert, dass sie sich über alle Grenzen hinweg verstanden.
Gott, wir bringen heute all unsere Sorgen, Ängste, unsere Verwundbarkeit und Verwirrung der vergangenen Monate vor Dich.
Lass es brausen und wehen in uns und zwischen uns.
Lass uns auch heute erfüllt sein von deiner Geistkraft, so dass all das, was wir in uns tragen, in Freude wandeln kann.
Aus dieser tiefen Verbindung mit Dir, unserem Gott, werden die Beziehungen zwischen uns Menschen gestärkt. So dass die Verbundenheit, die in den letzten Wochen gewachsen ist, dem neuen Leben standhalten kann.

Gott, in vielen Länder ist die Welle noch nicht vorbei. Sie hat die Menschen härter und ungeschützter überfahren. Wir wollen sie nicht vergessen. Viele sind angewiesen auf Unterstützung von Aussen. Nicht nur, aber auch mit Gebeten und Zeichen der Verbundenheit.
Wir wollen unseren Teil beitragen und danken Dir für Deinen.
Amen

77. Tag - Freitag, 29. Mai:
Möge Gott dir einen Engel senden,
der deine Sorgen auf seinen Flügeln von dir trägt, damit du Frieden findest und schlafen kannst.
Christa Spilling-Nöker

76. Tag - Donnerstag, 28. Mai:
Gott, nun geht’s los.
All die Einschränkungen unseres alltäglichen Lebens werden wieder gelockert. Geschäfte und Grenzen werden geöffnet. Wir dürfen uns treffen fürs Tennis, Geburtstage feiern, Wandern, Arbeiten. Wir dürfen wieder hinaus in die Welt mit Bus, Seilbahn oder Zug. Wir dürfen wieder einkaufen, in den Zoo und die Badi.
Vorsichtig spähe ich in die Welt hinaus. Einiges habe ich schon ausprobiert.
Vieles ist nun möglich. Trotzdem wird es nicht so unbeschwert sein wie vorher.
Gib mir die Weisheit zu entscheiden, was gut ist und was nicht.
Gib mir die Geduld, nicht wild hinaus zu stürmen.
Gib mir das Verständnis für jene, die es anders angehen wie ich.
Gib uns allen Deinen Segen für diese kommende Zeit.
Amen

75. Tag - Mittwoch, 27. Mai:
Gott, heute stell ich all jene in Dein Licht, denen die letzten Monate sehr zugesetzt haben. Ganz besonders die Bewohner und Bewohnerinnen von Alters-, Pflege- und Behindertenheimen und ihre Angehörigen.
Gott ich bitte Dich, dass die folgenden Worte für sie nicht leere Worte, sondern von Deiner Geistkraft erfüllt sind.

Gott, ich war einsam und du hast mir meine Einsamkeit nicht genommen.
Ich war verzweifelt und du hast mir meine Verzweiflung gelassen.
Ich habe nicht mehr weitergewusst und du hast mir keinen Weg aufgezeigt.
Ich habe an dir gezweifelt und du hast mich zweifeln lassen.
Ich habe zu dir geschrien und du hast keine Antwort gegeben.
Mitten im Dunkel warst du bei mir und hast mich ausgehalten.
Mitten im Dunkel hast du mich berührt und ich habe mich berühren lassen.
Amen

Andrea Schwarz: Wenn ich meinem Dunkel traue.

74. Tag - Dienstag, 26. Mai:
Gott, ich bitte Dich für alle Eltern von Sternenkindern.
Gross war ihre Freude über das Leben, das im Bauch der Mutter heranwächst.
Gross war ihre Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft.
Noch viel grösser ist nun ihre Trauer.
Der Schmerz ist unfassbar, die Seele erstarrt, das Herz übervoll von Tränen.

Gott, die Seelen der Sternenkinder haben die Erde nur gestreift, aber sie haben deutliche Spuren hinterlassen. In den Herzen deren, die sie erwartet haben.
Ich bitte Dich um ein Licht für die Eltern, die ihr Kind loslassen müssen.
Ich bitte Dich um ein Licht für die Geschwister, die zurückbleiben.
Ich bitte Dich um ein Licht für die Grosseltern, Gottis, Göttis, für Freunde und Freundinnen. Für alle, die die Kinder in Freude erwartet haben.
Ich bitte Dich um ein Licht für die Sternenkinder selber. Sie waren Kinder der Hoffnung, Kinder der Sorge, Kinder der Liebe. Sie bleiben die Kinder ihrer Eltern. Für immer. Nimm sie auf in Deinem wärmenden Licht Deiner Liebe.
Amen

Liebe Eltern von Sternenkindern. Wir haben auf dem Friedhof Lindau eine Grabstätte für Sternenkinder errichtet. Die Einweihung mussten wir leider wegen Corona verschieben. Trotzdem sind Bestattungen von Sternenkindern möglich! Melden Sie sich bei Pfarrerin Monika Burger, Telefon 052 345 11 54.

73. Tag - Montag, 25. Mai:
Gott, heute bitte ich Dich um Licht für alle Familien.
Die vergangenen Wochen waren für sie emotional intensiv.
Kinder haben feine Antennen für die Ängste der Erwachsenen. Sie ahnen, dass der Kindergarten und die Schule nicht leichtfertig geschlossen wurden.
Sie vermissen die Grosseltern, Freunde und ihre Hobbies.
Sie haben Mühe mit Widersprüchen umzugehen und Unverständliches auszuhalten.
In solchen Zeiten brauchen Kinder besonders viel Geborgenheit und Nähe.
Aber auch diese Nähe kann zu viel sein. Für beide Seiten, gerade wenn die Rückzugsmöglichkeiten fehlen. Oft liegen die Nerven blank.
Gott, die vergangenen Wochen haben Kindern wie Eltern viel abgefordert. Und es ist noch nicht vorbei.
Deshalb bitte ich Dich heute, schick ihnen Dein Licht.
Amen

72. Tag - Sonntag, 24. Mai:
Solange wir keine Gottesdienste feiern können, beten wir jeden Sonntag mit den Worten Jesu.

Unser Vater im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen

71. Tag - Samstag, 23. Mai: Vor der Tür
Du brauchst Gott weder hier noch dort zu suchen; Er ist nicht ferner als vor der Tür des Herzens. Da steht er und harrt und wartet, wer er bereit finde, der ihm auftue und ihn einlasse. Du brauchst ihn nicht von weither herbei zu rufen:
Er kann es nicht weniger erwarten als du, dass du ihm auftust.
Es ist ein Zeitpunkt:
Das Auftun und das Eingehen.
Meister Eckhart

70. Tag - Freitag, 22. Mai:
Gott, du hast mich mitten in die Welt hineingestellt.
Mitten in die Täler und Berge,
Wiesen und Städte,
Tiere und Menschen.

Gott, du hast mich mitten in die Welt hineingestellt.
Mitten in das Tanzen und Ruhen,
Diskutieren und Schweigen,
Singen und Klagen,
Lachen und Weinen.

Gott, du hast mich mitten in die Welt hineingestellt.
Mitten in Angst und Hoffnung,
Sehnsucht und Glück,
Verzweiflung und Trost
Wut und Vergebung,
Trauer und Liebe.

Gott, du hast mich mitten in die Welt hineingestellt.
Mitten in Arbeit und Ruhen,
Verlieben und Trennen,
Krankheit und Heilen,
Geburt und Sterben,
Abschied und Segen.

Gott, du hast mich mitten in die Welt hineingestellt
Und dich mit dem Himmel ganz nah zu mir gesellt.
Amen

69. Tag - Auffahrt, 21. Mai:
Träume – keine Schäume zu Psalm 68

Das Himmelreich hängt nicht am Himmel,
nicht in den Wolken,
nicht im Wolkenkuckucksheim –
aber es liegt in der Luft.
Du kannst es fühlen,
mit deinen Sinnen empfinden;
und riechen kannst du es
wenn du eine gute Nase hast;
und sehen,
wenn dir noch nicht vom Hören und Sehen
vergangen ist,
und du kannst es schmecken
in Brot und Wein.
Das Himmelreich
ist einem Menschen gleich
aus Fleisch und Blut,
mit Herz und verständnisvollen Gedanken –
unscheinbar,
der aus sich nicht viel Aufhebens macht;
der aber den Menschen aufhebt,
der ihm begegnet.
Das Himmelreich
durchbricht die dunkelsten Seiten
der Welten.
Es erleuchtet die schwärzesten Seelen.
Die Todeszonen
verwandeln sich in Friedenszeiten.
Die Erde blüht wieder auf.
Hans Dieter Hüsch

68. Tag - Mittwoch, 20. Mai:
Gott segne dich und behüte dich,
er lasse sein Licht leuchten über dir
und mache dich heil.
Keinen Tag soll es geben, an dem du sagen musst:
Niemand ist da, der mich hält.

67. Tag - Dienstag, 19. Mai:
Gott, diese kleinen Gebetszeiten sind mir heilig geworden.
Mitten in der Hektik des Alltags klinke ich mich für einen Moment aus.
Ich lege aus der Hand, was mich gerade beschäftigt.
Ich unterbreche, was dringend fertig gemacht werden sollte.
Ich halte inne und bin einfach nur da.
Ich höre in mich hinein.
Ich versuche die Stimmen in mir zu sortieren, Bilder zu ordnen und Gefühle auseinander zu halten.
Ich lege mein Unverständnis hin, für all jene, die ihrer Sehnsucht nach dem vollen Leben nachgeben.
Ich lege meine Freude hin, über all das Zusammenstehen zwischen Alt und Jung.
Ich lege meine Erschöpfung der letzten zehrenden Wochen hin.
Ich lege meine Ungeduld hin, mit jenen, die nur ihre eigenen Bedürfnisse sehen.
Ich lege meinen Respekt hin für all jene, die grosse Verantwortung tragen.
Ich lege meine Trauer hin für all jene, die kein Licht mehr sehen.
Ich tauche in mich hinein auf der Suche nach mir.
Ich suche nach mir und finde Dich.
Amen

66. Tag - Montag, 18. Mai: Wenn ein Lied zu einem Gebet wird
https://www.youtube.com/watch?v=L3y7nFn6sjY
Seom – neue Brücken

Plötzlich war endlich Stille.
Auf einmal war Pause.
Plötzlich war Stillstand.
Plötzlich verliessen wir die Trance und erkannten kollektiv in der Krise eine Chance. Und plötzlich steht die Welt still.
Und plötzlich weiss ich wieder, was ich selber will:
Verbundenheit!
Weil in dunkler Zeit immer Platz für Wunder bleibt.

Plötzlich sahen wir einen Lichtblick, der aus dem Nebel bricht.
Plötzlich sahen wir kollektiv, was alles möglich ist.
Plötzlich konnten wir vereint auf unsere Träume blicken und bauten aus den Steinen unsere neuen Brücken.
Und die Krise wird zum Traum.
Plötzlich stehen die Zeiger still und wir schwingen im Einklang,
Zeichnen das Bild und singen gemeinsam.
Plötzlich steht die Welt still und plötzlich weiss ich wieder, was ich selber will:
Verbundenheit!
Weil in dunkler Zeit immer Platz für Wunder bleibt.

65. Tag - Sonntag, 17. Mai:
Solange wir keine Gottesdienste feiern können, beten wir jeden Sonntag mit den Worten Jesu.

Unser Vater im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen

64. Tag - Samstag, 16. Mai:
Gott,
manchmal denke ich,
ich müsste besser beten.
Konzentrierter.
Inniger.
Schönere Worte finden.
Manchmal denke ich,
ich müsste mehr schweigen beim Beten.
Innere Ruhe finden.
Hören,
so lange, bis du zu mir sprichst.
Oft bin ich wie ein unruhiges Kind.
Ungeduldig. Unbeholfen.
Was für ein Glück habe ich, Gott!
Denn du bist wie ein wundervoller Vater.
Du liebst mein Gestammel.
Meine unfertigen Gedanken.
Du lächelst darüber,
dass ich manches wohl nie lernen werde.
Und du freust dich über das, was noch wächst in mir.
Gott, ich danke dir.
Du bist großartig.
Du bist groß.
Du bist.
Du.
Gott, mein Vater.
Amen
Barbara Eberhardt

63. Tag - Freitag, 15. Mai:
Nicht müde werden, sondern dem Wunder leise wie einem Vogel die Hand hinhalten.
Hilde Domin

62. Tag - Donnerstag, 14. Mai:
Gott, manchmal fehlen mir die Worte, um mit Dir zu sprechen.
Dann wünsche ich mir, dass Du hier neben mir sitzt.
Aber mit welchem Namen würde ich Dich dann anreden?
Würde ich mich überhaupt getrauen, Dich anzusprechen, Dich in all Deiner Macht und Herrlichkeit?
Was würde ich Dich fragen, wenn ich nur eine Frage frei hätte?
Würde ich mich überhaupt getrauen, dich anzusehen? Auch dann, wenn Sehen Glauben heisst. Glauben an solche Sachen wie den Himmel, Jesus und die Heiligen und die ganzen Propheten.

Gott, was wäre, wenn Du einer von uns wärst?
Ein Chaot, wie einer von uns.
Ein Fremder im Bus auf dem Weg nach Hause. Der nicht weiss, ob er ankommt, zurück im Himmel.
Da wo Dich keiner mehr anspricht.
Gott, vielleicht sitzt Du ja manchmal neben mir. Und bist einfach einer von uns. Amen

Link zum Lied: Joan Osborne „One Of Us“

61. Tag - Mittwoch, 13. Mai: Im selben Boot
Gott, immer wieder habe ich in den letzten Wochen den Satz gehört «wir sitzen alle im selben Boot».
Angesicht der Unsicherheit und Bedrohung waren wir anfangs alle im selben Boot. Gross waren Solidarität und Gemeinschaft. Aber mittlerweile sitzen wir alle in unterschiedlichen Booten.
Mein Boot ist sicher gebaut. Fest muss ich das Steuer packen, um die Richtung zu halten. Aber mein Boot wird nicht untergehen. Oft ist der Platz eng. Besonders in der Nacht suchen die Kinder meine Nähe. Die Dunkelheit weckt ihre schlummernden Ängste.
Das Boot meiner Tochter hingegen wird gerade heftig durchgeschüttelt. Nach 8 Wochen behütet zu Hause, soll sie wieder in den Kindergarten. Dort ist alles anders. Markierungen am Boden zeigen, wie nahe sie der Kindergärtnerin kommen darf. Markierungen um sie zu schützen, aber wen genau, die Kindergärtnerin, meine Tochter oder beide?
Leer hingegen ist das morsche Boot der alten Frau im Altersheim. Sie geht auf und ab, das Steuer halten andere für sie. Die Einsamkeit ist oft schlimmer als der Sturm selbst. Wird ihr Boot sie noch durch den Sturm tragen?
Angst beherrscht manches Boot. Arbeit und Lohn lassen auf sich warten. Wer soll all das bezahlen? Kein Sturm ist gratis. Wie sieht die Welt auf der anderen Seite des Sturms aus?
Das Boot der Jungen ist stark und sicher. Sie gehen zur Arbeit, geniessen die Ruhe an Board oder vermissen das volle Leben.
Viele sind durch den Sturm verschont worden, sehen bereits wie sich die Wolken lichten und die Wellen ruhiger werden. Andere sind noch mitten drin und kein Ende ist in Sicht.
Gott, wir steuern zwar alle durch denselben Sturm, aber wir sitzen nicht im selben Boot. Wir sind aufeinander und auf Dich angewiesen.
Gott wir bitten dich, leite uns durch diesen Sturm. Sei Du der, der das Steuer in den Händen hält, die Sterne hinter den dunklen Wolken erkennt, den Weg daran ablesen kann.
Gott, wir Menschen sind angewiesen aufeinander und auf Dich.
Sei Du der, der uns alle verbindet. Schenk uns Verständnis für die Situation der anderen. Geduld, wenn wir ihre Sicht nicht verstehen. So dass wir Solidarität und Gemeinschaft bewahren und kein Boot alleine dem Sturm ausgeliefert ist.
Amen

60. Tag - Dienstag, 12. Mai:
Gott, seit 60 Tagen halten wir jeden Abend inne.
60 Kerzen haben wir angezündet, um die Dunkelheit zu erhellen. Sie verbinden sich mit den Kerzen im Dorf und in der ganzen Schweiz zu einem Lichtermeer, das uns daran erinnert, dass wir aufeinander und auf Dich angewiesen sind.
Mit 60 Gebeten haben wir uns auf Dich und Dein Wort besonnen. Wir haben für die unterschiedlichsten Menschen gebetet und sie dir ans Herz gelegt.
Öffne unsere Herzen für Dein Licht, so dass wir spüren, dass Du uns heute und jeden Tag nahe bist.
Öffne unsere Herzen für Dein Wort, so dass neue Töne der Hoffnung und Kraft in uns klingen.
Öffne unsere Herzen, so dass Dein Licht und Dein Wort von uns ausstrahlen hinein in die Welt zu neuer Verbundenheit und Gemeinschaft.
Amen

59. Tag - Montag, 11. Mai: einmal für Erwachsene und einmal für Kinder

Gott, jetzt da sich die Dunkelheit langsam über den Tag legt, komm zu mir.
Leg deinen Segen zart auf mich.
Umhüll mich mit deinem Licht wie mit einem Mantel - ganz leicht und warm – umgib mich auf allen meinen Wegen.
Ich schliesse meine Augen.
Lasse los, was mich vom Tag noch gefangen hält.
Lasse los, was mein Herz noch beschäftigt.
Ich lasse mich in deine Hände fallen, werde heute Nacht und morgen gut behütet sein.
Amen

Segen für kleine und grosse Kinder mit Berührungen:
So wie meine Hände auf deinem Kopf (Hände auf den Kopf legen)
beschützt dich Gottes Segen.
So wie ein Mantel dich umhüllt, (Hände streichen von Kopf bis Fuß den Körper entlang)
ganz leicht und warm,
umgibt dich Gott auf allen deinen Wegen.
Nun schließe die Augen (Hände auf die Schulter)
und atme ruhig ein, denn du sollst heut Nacht und morgen gut behütet sein.
Amen

58. Tag - Sonntag, 10. Mai:
Solange wir keine Gottesdienste feiern können, beten wir jeden Sonntag mit den Worten Jesu.

Unser Vater im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen

57. Tag - Samstag, 9. Mai:
Gott, 8 lange Wochen waren wir nun zu Hause.
Wochen voller Angst und Freude, Tränen und Lachen, Freiheit und eingeengt Sein.
Kreativität und Trostlosigkeit, Experimenten und Alltagstrott, Frühlingsputz und alles liegen lassen, Krankheit und Gesundheit, Mitleiden und sich ärgern, Verständnis und Ungeduld, Aufeinandersitzen und Einsamkeit, Verbundenheit und abgeschnitten Sein, versinken im schwarzen Loch und dem Gefühl getragen zu sein, Ohnmacht und Allmacht, blanke Nerven und Geduld, Streiten und Versöhnen, Hilflosigkeit und Solidarität.
Dazwischen jeden Abend ein Gebet. Und die kleine Kerze als Zeichen der Verbundenheit zwischen uns allen.
Gott, 8 Wochen waren lang. Und es ist noch nicht vorbei.
Deshalb auch heute mein kleines Gebet und Dein Licht.
Amen

56. Tag - Freitag, 8. Mai:
Gott, zu dir rufe ich.
Sammle meine Gedanken, hilf mir zu beten; ich kann es nicht allein.
In mir ist es finster, aber bei dir ist das Licht;
ich bin einsam, aber du verlässt mich nicht;
ich bin kleinmütig, aber bei dir ist die Hilfe;
ich bin unruhig, aber bei dir ist Friede;
in mir ist Bitterkeit, aber bei dir ist die Geduld;
ich verstehe deine Wege nicht, aber du weißt den Weg für mich.
Dir sei Ehre in Ewigkeit.

Gebet in Bedrängnis von Dietrich Bonhoeffer, zum 75. Jahrestag des Endes des zweiten Weltkrieges, 8.Mai 1945

55. Tag - Donnerstag, 7. Mai:
Gott, heute habe ich zusammen mit den Kindern den Weg durch die Schulaufgaben gesucht. Ich bin mit ihnen in der Wiese gelegen. Wir haben uns die Sonne auf den Bauch scheinen lassen und den Schmetterlingen bei ihrem Tanz zugeschaut.
Gemeinsam haben wir gekocht, gegessen, diskutiert und gelacht.
Gott heute war ein voller Tag. Wenn wir jetzt darauf zurückschauen, sehen wir überall Deinen Segen. Wir danken Dir und gehen erfüllt in die Nacht. Amen

54. Tag - Mittwoch, 6. Mai: Zerplatzte Träume
Gott, wo ich auch hinschaue, sehe ich zerplatzte Träume:
Das Hochzeitskleid hängt unbenutzt im Schrank, anstatt im Arm des Liebsten durch den Saal zu wirbeln.
Der gepackte Rucksack starrt in die Ecke des Zimmers, anstatt ferne Länder zu bereisen.
Die Türe des kleinen Ladens im Quartier bleibt verschlossen. Keine Kunden geben sich die Klinke in die Hand.
Gott in den vergangenen Wochen sind so viele grosse und kleine Träume zerplatzt. Die einen mit lautem Knall, öffentlich und laut beweint. Andere still und heimlich.
Es tröstet mich, dass du alle diese zerplatzten Träume kennst.
Du hast sie mitgeträumt, bist in Gedanken mitgetanzt, mitgereist und eingetreten in den kleinen Laden.
Du hast um jeden zerplatzten Traum mitgeweint, um die grossen und um die kleinen, weil Du in unsere Herzen siehst.
Dort auf dem Grund unserer Herzen siehst Du auch die neuen Träume, die wir selber noch nicht kennen.
Lenk unseren Blick weg von zerplatzten Träumen hin zu den neuen, die darauf warten geträumt, getanzt, gelacht, gereist, gewagt und gehofft zu werden. Gemeinsam mit Dir.
Amen

Inspiriert von 1. Sam 16,7
Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der HERR aber sieht das Herz an.

53. Tag - Diensag, 5. Mai: Der Engel in Dir

Der Engel in dir freut sich
Über dein Licht
Weint über deine Finsternis

Aus seinen Flügeln rauschen
Liebesworte
Gedichte Liebkosungen

Er bewacht deinen Weg
Lenk deinen Schritt engelwärts

Rose Ausländer

52. Tag - Montag, 4. Mai:
Gott, manchmal frage ich mich heimlich, was denn bleibt.
Bleibt das eingeübte Distanzhalten oder fallen wir uns irgendwann erleichtert in die Arme?
Bleibt etwas von der Ruhe erhalten? Oder schiessen wir alle aus den Häusern wie Schnecken beim ersten Regen?
Bleibt uns die feinsinnige und feinfühlige Verbundenheit? Oder feinden wir uns gegenseitig an, weil der Nachbar früher rausgeht, als ich es an seiner Stelle tun würde?
Bleibt das Bewusstsein, dass die weltweite Abhängigkeit die vielgelobte Globalisierung auch zu viel sein kann?
Gott, manchmal frage ich mich heimlich, was denn bleibt. Was ich vom alten Leben überhaupt wieder zurückhaben möchte. Und was ruhig in der Versenkung bleiben darf.
Und manchmal frage ich mich heimlich, ob ich das Tempo überhaupt noch mithalte, wenn alte Leben mit voller Wucht wieder zurückkehrt.
Amen

51. Tag - Sonntag, 3. Mai:
Solange wir keine Gottesdienste feiern können, beten wir jeden Sonntag mit den Worten Jesu.

Unser Vater im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen

50. Tag - Samstag, 2. Mai:
Gott, mein Herz ist verwirrt von der Unruhe des Tages. Überall höre ich, dass nun der Weg zurück in die Normalität beginnt.
Aber was soll daran normal sein, wenn ich einen Mundschutz tragen muss?
Wenn meine Kinder Abstand zum Lehrer halten müssen, den nicht mal die Erwachsenen beim Einkaufen einhalten?
Was soll daran normal sein, wenn wir nicht Gottesdienste feiern dürfen, uns aber Deinen Namen tätowieren lassen können?
Das ist nicht die Normalität, die ich kenne und mir zurückwünsche.
Wir müssen uns an ein Leben mit dem Virus gewöhnen, so tönts von allen Seiten.
Gott, ist das die Normalität? Ein Leben mit dem Virus?
Gott, ich weiss nicht mehr was richtig ist. Schutz und Abschottung? Oder Loslassen und Vertrauen.
Gott, ich weiss es nicht. Ich weiss nicht mehr, was der richtige Weg ist.
Lass Dein Licht leuchten hinein in die Dunkelheit. Schütze Du mein Herz auf diesem verwirrenden Weg und führe mich zu neuem Vertrauen.
Amen

49. Tag - Freitag, 1. Mai:
Ich bitte nicht um Wunder und Visionen, Gott, sondern um die Kraft für den Alltag.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.
Mache mich griffsicher in der richtigen Zeiteinteilung.
Schenke mir das Fingerspitzengefühl, um herauszufinden, was erstranging und was zweitrangig ist.
Erinnere mich daran, dass das Herz oft gegen den Verstand streikt.
Schicke mir im rechten Augenblick jemand, der den Mut hat, die Wahrheit in Liebe zu sagen.
Du weißt, wie sehr wir der Freundschaft bedürfen.
Gib, dass ich diesem schönsten, schwierigsten, riskantesten und zartesten Geschenk des Lebens gewachsen bin.
Verleihe mir die nötige Phantasie, im rechten Augenblick ein Päckchen Güte,
mit oder ohne Worte, an der richtigen Stelle abzugeben.
Bewahre mich vor der Angst, ich könnte das Leben versäumen.
Gib mir nicht, was ich mir wünsche, sondern das, was ich brauche.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte!
Antoine de Saint-Exupéry

48. Tag - Donnerstag, 30. April:
3.April - so stehts auf meinem Abreisskalender.
3.April - da ist die Zeit stehen geblieben für meinen Kalender, aber irgendwie auch für mich. Die Zeit ist nicht mit einem lauten Knall stehen geblieben, sondern schleichend langsamer geworden, bis sie  unbemerkt stehengeblieben ist.
Wo sind die Stunden und Tage dazwischen hin? Lachen und Streiten, Zelten im Garten und Filmnächte auf dem Sofa, liebevolle Gemeinschaft auf dem Friedhof und schwere Gespräche am Küchentisch. Die äusserliche Zeit ist nicht verrinnt, sie tickt weiter. Aber in mir drin steht sie still.
Wie lange? Bis ich das erste paar Schuhe kaufe? Geburtstagsgeschenke für die Kinder? Ein Pult für meine angehende Schülerin? Ich weiss es  nicht.

3.April – ich lasse den Kalender so hängen. Seine Zeit und meine innere Zeit stimmen übereinander. Beide stehen still.
Trotzdem geht sie nicht verloren. Denn meine Zeit steht in Deinen  Händen, geschützt und geborgen – ob sie rast oder stillsteht. An jedem Tag meines Lebens. Darauf vertraue ich.

47. Tag - Mittwoch, 29. April:
Möge dein Weg dir freundlich entgegenkommen, möge der Wind dir den Rücken stärken. Möge die Sonne dein Gesicht erhellen und der Regen um dich her die Felder tränken. Und bis wir beide, du und ich, uns wiedersehen, möge Gott dich schützend in seiner Hand halten.

Möge die Sonne deine Tage erhellen und die Sterne deine Nächte erleuchten. Mögen Blumen entlang deines Weges blühen und dein Haus fest im Sturm stehen.
Und bis wir beide, du und ich, uns wiedersehen, möge Gott dich schützend in seiner Hand halten.

Link zum Video: An Irish Blessing (May the road rise)

46. Tag - Dienstag, 28. April:
Gott, Grosseltern dürfen ihre Enkelkinder wieder umarmen – aber nicht zu lange,
Ich sprach heute auf der Strasse mit einem lieben Ehepaar – aber nicht zu nahe.
Das Schmerzhafteste ist nicht die Angst vor der Krankheit, sondern die Distanz, die wir zueinander einhalten müssen.
Gott im Psalm 36 heisst es, dass Menschen und sogar Götter Zuflucht im Schatten deiner Flügel suchen. Sie laben sich am Überfluss deines Hauses, und am Strom deiner Wonnen tränkst du sie.
Ja Gott, ich möchte mich in den Schatten Deiner Flügel verstecken und mich tief hineinkuscheln. Den süsslichen, herben, vertrauten Duft einatmen. Das Kratzen auf meinen Wagen fühlen. Spüren, dass ich mich fallen lassen kann. Liebe und Kraft auftanken. Weil ich bei Dir geborgen bin.
Hier darf ich bleiben – so lange ich will.
Hier darf ich sein – so nahe ich will.
Amen

45.Tag - Montag, 27. April:
Gott, je länger desto mehr treffe ich Menschen mit Mundschutz.
Ich sehe zwar ihr Gesicht, erkenne aber nicht richtig, ob sie lächeln, traurig aussehen oder die Mundwinkel verbittert zusammenziehen. Sie wirken starr und unbeweglich.
So sehr uns diese Masken schützen, sind sie auch eine Barriere zwischen uns.
Fragen rasen mir durch den Kopf: will dieser Mensch sich schützen oder etwa mich? Ist sie krank oder hält er mich für gefährlich?

Nein, Gott, ich möchte diese Barriere zwischen uns Menschen nicht.
Ich wünsche mir, dass wir uns einander trotz Masken zu erkennen geben. Dass wir uns im Herzen echt und ehrlich zeigen.
Nur so können wir den Weg, der vor uns liegt, freudig, traurig, ängstlich oder verbittert gemeinsam gehen.
Gott ich danke Dir, dass Du Dich mir unverhüllt, ohne Maske zeigst.
Amen

44. Tag - Sonntag, 26. April:
Solange wir keine Gottesdienste feiern können, beten wir jeden Sonntag mit den Worten Jesu.

Unser Vater im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen

43. Tag - Samstag, 25. April:
Gott schenk dein Licht denen, die heute Nacht geboren werden, und denen, die sterben.
Denen, die trauern, und denen, die sich freuen.
Denen, die ungeduldig warten, und denen, die gelassen alles auf sich zukommen lassen.
Schenk dein Licht denen, die innig umarmt einschlafen, und denen, die sich einsam im Bett hin und her wälzen.
Denen alles zu eng wird und denen, die innerlich frei sind.
Schenk dein Licht denen, die in Arbeit versinken, und denen, die nicht wissen, wie die Rechnungen bezahlen.
Denen, die krank sind, und denen, die sie pflegen.
Gott schenk dein Licht all denen, die ein Licht anzünden, und denen, die dein Licht dringend brauchen.
Amen

42. Tag - Freitag, 24. April: Hier hast du den Tag zurück, Gott.

Ein wunderbares Nachtgebet von Pfarrer Holger Pyka, reinhören und mitbeten lohnt sich!
#Abendgebet #Nachtschwärmen

Text und Sprecher: Holger Pyka
Video: Pexels@Pixabay
Musik: „Kiss the Sky“ by Akash Gandhi@youtube
Evangelische Kirchengemeinde Uellendahl-Ostersbaum 2020, https://www.ev-uo.de

Text zum Mitlesen:

Hier hast du den Tag zurück, Gott.
Eigentlich wollte ich ihn Dir ordentlich wiedergeben.
Vielleicht sogar nochmal durchwaschen.
Einmal aufbügeln und schön zusammenlegen.
Hat aber irgendwie nicht geklappt.

Hier hast du den Tag zurück, Gott.
So wie er ist, mit Falten – und Knicken – und Rissen – und Flecken.
Kann sein, dass da noch Sachen in den Taschen und Ritzen sind. Tempotuch. Fussel. Ein 2 Cent Stück. Ein Zettel mit einer Nummer drauf, die ich nicht angerufen habe. Ein Hustenbonbon. Zerknittertes Vertrauen. Ein zusammengefalteter Traum. Ein Kieselstein. Was du  findest, kannst du behalten.

Hier hast du den Tag zurück, Gott.
Du müsstest mir aber raushelfen.
Vielleicht kannst du mal anpacken und ziehen. Aufschnüren und entwirren. Und wenn es sein muss schneiden, da wo ein Knoten nicht aufgeht. Ich brauch ihn ja nicht wieder den Tag.
Hilf mir beim Rauskommen, beim Ablegen und Loswerden.
Guck mich freundlich an in diesen nackten Minuten. Wenn ich aus dem Tag rausgeschlüpft und in die Nacht noch nicht reingekrochen bin.

Hier hast du den Tag zurück, Gott.
Er gehört Dir und ich auch.

41. Tag - Donnerstag, 23. April: Ungebet
Da du alles schon weißt, mag ich nicht beten -
Tief atme ich ein, lang atme ich aus.
Und siehe: du lächelst.
Kurt Marti

40. Tag - Mittwoch, 22. April:
Gott, diese kleine Kerze soll leuchten hinein in die Nacht und die Häuser hier im Dorf.
Ihr Schein möge in die Herzen der Menschen strahlen.
Es soll die Menschen daran erinnern, dass wir über alle Mauern hinweg verbunden sind miteinander und mit Dir.
Gott, diese kleine Kerze soll Licht von Deinem Licht sein.
Amen

39. Tag - Dienstag, 21. April:
Gott, mein Herz wünscht sich so sehr mein normales Leben zurück.
Die Kinder dürfen wieder frei mit ihren Freunden spielen, ich kann einkaufen wann und was ich möchte, wir dürfen Gottesdienste feiern, zusammen essen, trinken und lachen, uns bei Freuden- oder Trauertränen in den Arm nehmen. All das wünscht sich mein Herz ungeduldig zurück.
Mein Verstand aber weiss, dass dieses Virus noch immer da ist. Nichts hat sich verändert in den letzten Wochen. Ausser dass wir gelernt haben «Abstand zu wahren». Körperlich gehen wir auf Distanz, damit uns das Virus nicht ansteckt, und innerlich halten wir Distanz, damit uns die Angst und Unsicherheit nicht auffrisst.
Herz gegen Verstand – Ungeduld gegen Angst.

Gott, ich schliesse die Augen.
Ich atme die Stille der Nacht in mich hinein.
Ich löse mich von meiner Sehnsucht und der Ungeduld.
Ich atme die Stille der Nacht in mich hinein.
Ich löse mich von meiner Angst.
Ich atme die Stille der Nacht in mich hinein und bin frei für Dich.
Komm und fülle mich mit Deinem Geist.
Amen

38. Tag - Montag, 20. April:
Är isch min Hirt, ich chume nöd zʻchurz.
Är laat mi weide im saftige Gras - und füert mi as Wasser, woni cha trinke - und woni cha usrueh
Det git Är mir dʻSeel wieder zrugg,
dass i de Wäg wieder finde, hinder Ihm dri.
Är wott mich ganz nöch bi Sich ha.
Und wänni muess dur es Tobel dure gah, wo de Tod luuret im Dunkle.
Ich fürchtʻ mi nöd vorem Böse - Du bisch ja bi mir
Din Hirtestock isch mir en Troscht.
Du füersch mi sogar vor mine Find an en deckte Tisch.
Und leisch mer dʻHand uf de Chopf.
Und schänksch mir de Bächer randvolle ii.
Ja, Liebi und Güeti tüend mi begleite - Tag uus und Tag ii - sʻganz Läbe. Und zʻletscht chumi hei zu Dir, i Dis Gheimnis - für immer!
Amen
Psalm 23 Züritüütsch von Josua Boesch (Jordanverlag)

37. Tag - Sonntag, 19. April:
Solange wir keine Gottesdienste feiern können, beten wir jeden Sonntag mit den Worten Jesu.

Unser Vater im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen

36. Tag - Samstag, 18. April:
Hej Gott, nein heute mag ich nicht beten. Es war eine lange Woche. Der Abschied von einem Menschen, den ich sehr gern hatte, tut noch immer weh. Und heute, ja da habe ich eine Freundin besucht und durfte ihr nicht die Hand geben, geschweige denn sie in den Arm nehmen. Für heute reichts mir. Ich mag nicht mehr. Vielleicht morgen wieder.

35. Tag - Freitag, 17. April:
Beim ersten Licht der Sonne – heute sei gesegnet!
Wenn der lange Tag gegangen ist – sei gesegnet!
In deinem Lächeln und in deinen Tränen – sei gesegnet!
An jedem Tag deines Lebens – sei gesegnet!
Irischer Segen

34. Tag - Donnerstag, 16. April:
Gott, bald wird es Lockerungen der engen Massnahmen geben.
Schenke denen Mut und Vertrauen, denen diese Lockerungen zu schnell kommen.
Schenke denen Geduld, die es kaum mehr erwarten können.
Schenke denen Kreativität und Phantasie, die weiterhin zu Hause bleiben müssen.
Schenke Deine Gegenwart uns Allen.
Amen

33. Tag - Mittwoch, 15. April:
Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen. Psalm 91,11

Jetzt mein Gott täten Engel gut.
Engel, die still bei den Kranken am Bett sitzen und über sie wachen.
Engel, die Erschöpften Brot und Wasser zur Stärkung bringen.
Engel, die Traurige wahlweise in den Arm oder Flügel nehmen und sie trösten.
Engel, die Bedrückten vom Duft des Frühlings und Kinderlachen erzählen.
Engel, die neben mir gehen, damit ich auf schwierigen Wegen nicht alleine bin.
Engel, die auf den Tisch hauen und sich bei Entscheidungsträgern Gehör verschaffen.
Engel, die schweigen, wo es uns die Sprache verschlägt.
Engel, die ein Licht bringen, wo wir nur noch dunkel sehen.
Ja, jetzt mein Gott täten Engel gut.
Amen

32. Tag - Dienstag, 14. April:
Gott, der nicht schläft und nicht schlummert, höre Dich, wenn Du im Dunkeln singst,
Er salbe Dich, wenn Deine Haut dünn wird,
Er geleite Dich über die Schwelle, wenn Du zögerst,
und schenke Dir einen Anfang, wenn Du am Ende bist.
Gott sei bei Dir, wenn Du bei andern bist und segne Dich, wenn Du segnest.
Amen

31. Tag - Ostermontag, 13. April:
Gott, lass mich sein wie ein Fenster, durch das Deine Güte in die Welt hineinleuchten kann. Amen
Theresa von Avila (1515-1582)

30. Tag- Ostersonntag, 12. April: Ostersegen
Es ist Ostern!
Steht auf und geht den Weg, den Gott euch leiten will!
Steht auf und vertraut, dass Gottes Licht mit euch geht!
Es ist Ostern!
Die Botschaft von der Auferstehung berühre euer Herz und helfe euch, die Steine von euren Herzen Gott zu Füßen zu legen und euer Herz von Gottes lichter Liebe berühren zu lassen.
So segne euch der dreieinige Gott,
Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Amen
Angelika Scholte-Reh

29. Tag - Ostersamstag, 11. April:
Gott, heute herrscht Stille
Todesstille.
Grabesstille.
Stille zwischen Tod und Auferstehung, zwischen vorher und nachher, nicht mehr und noch nicht.
Ich stehe hier - lausche in die Stille hinein…

28. Tag - Karfreitag, 10. April:
Von der sechsten Stunde an kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde. Um die neunte Stunde aber schrie Jesus mit lauter Stimme: Eli, Eli, lema sabachtani!, das heisst: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen!
Jesus aber schrie noch einmal mit lauter Stimme und verschied.
Und siehe da: Der Vorhang im Tempel riss entzwei von oben bis unten, und die Erde bebte, und die Felsen barsten.

Gott, die Erde unter unseren Füssen bebt. Was uns bisher getragen hat, ist ins Wanken geraten. Wir wissen nicht mehr, was wir glauben können. Die Zahlen, Bilder und Berichte widersprechen sich. Auf welche Stimme können wir noch vertrauen? Angst schleicht sich in unser Herz. Einsamkeit schnürt es langsam zu.
Gott wir bitten dich, schenk uns festen Boden, auf dem wir ohne Angst durch die kommende Zeit gehen können.
Zerreiss den Vorhang, der dich von uns trennt. Sei uns nah mit deiner Liebe, die alle Fesseln sprengt. Die Fesseln der Angst, der Verzweiflung und der Einsamkeit.
Sei uns nahe hier und heute. Amen

27. Tag - Gründonnerstag, 9. April:
Christus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach’s und gab’s seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin und esset: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Solches tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankte und gab ihnen den und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus: Das ist mein Blut des neuen Testaments, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches tut, sooft ihr’s trinket, zu meinem Gedächtnis.

26. Tag - Mittwoch, 8. April:
Gott, wir wissen nicht, weshalb das Leid die einen trifft und die anderen nicht. Aber wir wissen, dass Du in Christus neben uns gehst und uns im Leiden nicht allein lässt. Lass dies alle erfahren, die in diesen Tagen Leid tragen. Sei es, dass sie Deine Nähe in ihrem Glauben selber spüren. Sei es, dass liebe Menschen ihnen Zeichen sind Deiner Gegenwart. Amen

25. Tag - Dienstag, 7. April: (Abend) Segen
Gott segne uns.
Segne den Mond über uns,
die Erde unter uns,
die Freunde um uns,
dein Ebenbild in uns
und die Ruhe vor uns.

24. Tag - Montag, 6. April:
Gott heute ist meine Sehnsucht unendlich gross.
Meine Welt wird mir eng. Eingesperrt im immer gleichen Haus, Garten und Dorf. Eingesperrt mit dem immer gleichen Tagesablauf. Eingesperrt mit den wenigen Menschen um mich.
Gott, ich möchte ausbrechen, entfliehen und alles hinter mir lassen. Wie die Vögel möchte ich meine Flügel strecken, der Enge davonfliegen und die Freiheit spüren.
Ich möchte meine Freundinnen umarmen, mit ihnen im Regen durch die Nacht tanzen und am Morgen unauffällig wieder zurück ins Haus schleichen.
Amen

23. Tag - Sonntag, 5. April:
Solange wir keine Gottesdienste feiern können, beten wir jeden Sonntag mit den Worten Jesu.

Unser Vater im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen

22. Tag - Samstag, 4. April:
Gott, ich stehe heute schweigend vor Dir. In Gedanken gehe ich den Tag durch.
Ich sehe noch einmal die Menschen, die mir begegnet sind, und lege sie vertrauensvoll in deine Hände.
Ich spüre noch einmal, wie es mir in den Begegnungen gegangen ist, was ich noch mittrage.
Ich lege es vertrauensvoll in deine Hände. Gott lege deinen Segen über uns in dieser Nacht.
Amen

21. Tag - Freitag, 3. April:
Wenn ich am Boden bin, und meine Seele ermüdet ist,
Wenn es Ärger gibt, und mein Herz so belastet ist,
dann bin ich ruhig und warte hier in der Stille
bis Du kommst und dich eine Weile zu mir setzt.

Du richtest mich auf, so dass ich auf Bergen stehen kann.
Du richtest mich auf, so dass ich über stürmische Meere gehen kann.
Ich bin stark, wenn ich auf deinen Schultern bin.
Du richtest mich auf… zu mehr, als ich je sein kann.
Video: Josh Groban: You Raise Me Up

20. Tag - Donnerstag, 2. April:
Mögest du immer einen Blick für das Sonnenlicht haben,
das sich in deinen Fenstern spiegelt und nicht für den Staub,
der auf den Scheiben liegt.
Altirischer Segenswunsch

19. Tag - Mittwoch, 1. April:
Von allen Seiten umgibst du mich, Gott
Und ich wandle stets vor dir:
Wo ich gehe, Gott, da bist du.
Ergeht´s mir gut – du.
Wenn´s weh mir tut – du.
Himmel – du, Erde – du,
oben – du, unten – du,
wohin ich mich wende, an jedem Ende du und immer du.
Komm lass uns zusammen jetzt hier sein, sagst du.
Lass uns wandeln, tanzen, träumen – soweit der Himmel geht.
Und ich leg leise meine Hand in deine.
Amen
Martin Buber

18. Tag - Dienstag, 31. März:
Gott, laß meine Gedanken sich sammeln zu dir.
Bei dir ist das Licht, du vergißt mich nicht.
Bei dir ist die Hilfe, bei dir ist die Geduld.
Ich verstehe deine Wegen nicht, aber du weißt den Weg für mich.
Taizé

Aber du weisst den Weg für mich

17. Tag - Montag, 30. März:
Gott, eine neue Woche ist da.
Die dritte Woche in der meine Welt Kopf steht. Die Anforderungen und Erwartungen an mich zehren, ich versuche allen gerecht zu werden. Mir selber zu Letzt. Die Kräfte schwinden, die Geduld ist klein.
Wie viele solche Wochen noch vor mir und uns liegen, weiss niemand.
Gott, gib mir Halt. Damit ich mich selbst nicht verliere.
Gib mir Halt, damit ich meine Kinder gut durch diese Zeit begleiten kann.
Gib mir Halt, damit ich für die Menschen da draussen da sein kann. Sie zählen auf mich. Und auf Dich.
Amen

16. Tag - Sonntag, 29. März:
Solange wir keine Gottesdienste feiern können, beten wir jeden Sonntag mit den Worten Jesu.

Unser Vater im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen

15. Tag - Samstag, 28. März:
Am Firmament sehen wir die Berge leuchten und beten mit den uralten Worten:
"Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher wird mir Hilfe kommen? Meine Hilfe kommt von Gott, der Himmel und Erde gemacht hat.“
So bergen wir uns heute Nacht in Deine Nähe, Gott, und vertrauen, dass Deine Schöpferkraft auch in uns Kreativität, Kraft und Standhaftigkeit wirkt in dieser Krise.

14. Tag - Freitag, 27. März: Segenswunsch
Gottes liebende Nähe fange dich auf, wo du am Ende bist.
Sein Trostwort möge dich finden, wo es dunkel um dich wird.
Er richte dich auf, wo Lasten dich zu Boden drücken.
Er sei dir Halt, wenn alles fraglich wird.
Gottes Engel mögen um uns sein von Augenblick zu Augenblick.
Antje Sabine Nägeli

13. Tag - Donnerstag, 26. März:
Gott, heute brennt mein Herz. Ich sorge mich um die Angehörigen von Sterbenden. Sie müssen am Bett sitzen, mit Mundschutz und dürfen ihren Liebsten auf dem letzten Weg nicht die Hand halten. Oder sie gar nicht besuchen.
Wie können wir ihnen beistehen? Wie können wir sie auf dem Weg begleiten, wenn wir sie nicht in den Arm nehmen dürfen? Nimm du sie in den Arm, behüte und beschütze sie, wenn es uns verwehrt ist.

12. Tag - Mittwoch, 25. März:
Gott, heute bin ich mit meinen Gedanken bei all jenen Menschen, die dieser Krise ungeschützt ausgeliefert sind. Bei Menschen in Ländern ohne funktionierendes Gesundheitssystem, in Ländern, welche ihre Menschen nicht unterstützen können oder wollen. Ihr Elend macht mich sprachlos und hilflos.
Meine Kerze leuchtet heute für sie. Ihr Licht strahlt in die Nacht und verbindet uns über alle Grenzen hinweg mit ihnen.

11. Tag - Dienstag, 24. März:
Im Dunkel unsrer Nacht, entzünde das Feuer das nie mehr verlischt.

10. Tag - Montag, 23. März:
Wir bitten Dich, sei Du uns nahe, wenn die Angst steigt: die Angst, von der Krankheit betroffen zu werden, die Angst um Angehörige, die wir nicht besuchen können, die Angst, dass die personellen Ressourcen nicht reichen, um alles zu bewältigen. Lass uns das tun, was uns möglich ist und alles andere vertrauensvoll in Deine Hände legen.

9. Tag - Sonntag, 22. März:
Solange wir keine Gottesdienste feiern können, beten wir jeden Sonntag mit den Worten Jesu.

Unser Vater im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen

8. Tag - Samstag, 21. März:
Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

7. Tag - Freitag, 20. März: Lieber Vater im Himmel
Nun will ich nicht viele Worte machen,
sondern versuchen, einfach still zu sein.
Einfach da zu sein vor Dir.
Du bist da.
Ich bin da.
So ist es gut.
Vater im Himmel, ich bin still bei Dir.
So ist es gut.
Amen
*Trudi Widmer (1917-2018), Winterberg

6. Tag - Donnerstag, 19. März:
Gott ich stehe vor Dir.
Eine Welle kommt auf uns zu.
Ich sehe sie nicht, aber ich spüre ihren Sog.
Ich höre nicht ihr Rauschen, aber ihr Sog zieht mich hinunter.
Gott nimm all die Bilder aus den Spitälern von mir, die mich lähmen, ohne dass ich die Menschen darin vergesse.
Nimm all die Geschichten von mir, die mein Herz lähmen, ohne dass es hart wird.
Gott ich bringe Dir meine Wut, über all jene, die die Welle leugnen.
Ich bringe Dir meine Hilflosigkeit, meinen Wunsch zu helfen und nicht zu wissen wie.
Gott ich stehe vor Dir mit all meinen Tränen. Tränen für die Kranken, die Verstorbenen und ihre Angehörigen, die nicht richtig Abschied nehmen können.
Tränen für die Menschen, die unermüdlich kämpfen bis zur eigenen Erschöpfung.
Tränen für uns, die wir auf die Welle warten, ohmmächtig und hilflos.
Gott ich stehe vor Dir. Sieh mich an, meine Wut, meine Hilflosigkeit, mein Schmerz.
Sieh mich an und sieh meine Tränen.
Du bist mein Halt mitten in dem Strudel.

5. Tag - Mittwoch, 18. März:
Der Tag neigt sich dem Ende
und der Himmel verdunkelt sich.
Die Sonne geht am Horizont unter
und der Mond nimmt seinen Platz am
Himmel ein.
Beten wir und halten vor Gott,
was uns am Tag begegnet ist und in der
Nacht sein mag.

Guter Gott,
wir kommen zu dir,
erschöpft und ausgelaugt vom Tag.
Wir brauchen Erholung.
Sei mit uns nachsichtig,
wenn wir versuchen dir nachzufolgen.
Gib uns Mut und Kraft,
wenn wir müde sind von dem, was auf
der Welt passiert.
Amen
*(www.lichtteilchen.com)

Tag 4 - Dienstag, 17. März: Hoffnung
Leben leben, auch bei Beben.
Trotzdem wagen, nie verzagen,
lieben können, Freude gönnen,
Träume haben, auch begraben, ganz tief unten.
und doch glauben an das Leben, an das Geben,
an die Liebe, und an Wunder.

Tag 3 - Montag, 16. März: Unser Vater
Unser Vater im Himmel!
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Tag 2 - Sonntag, 15. März: unser Vater
Auch heute Nacht brennt sie. Begleitet von einem "unser Vater".

Tag 1 - Samstag, 14. März
Unsere Kerze brennt - begleitet von einem Gebet für alle in dieser struben Zeit.

 
Für den aus der Kirchenpflege Lindau zurückgetretenen Alfred Behn-Eschenburg ist eine Nachfolgerin bzw. ein Nachfolger für den Rest der laufenden Amtsdauer 2018 bis 2022 zu wählen. Wählbar ist, wer Mitglied der Landeskirche ist, den politischen Wohnsitz in der Gemeinde hat, über das Schweizer Bürgerrecht oder eine ausländerrechtliche Bewilligung B, C oder Ci verfügt, das 18. Altersjahr vollendet hat und die weiteren Voraussetzungen gemäss Kirchenordnung erfüllt. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die wahlleitende Behörde, Gemeinde Lindau, Abteilung Präsidiales, Tel. 058 206 44 50 oder gemeindeschreiber@lindau.ch.
mehr...
Ziel ist es, Gottesdienste und Beerdigungen unter Einhaltung der gesundheitlichen Vorgaben des Bundesamtes für Gesundheit zu ermöglichen.
mehr...
Die neue Ausgabe unserer Gemeindeseite ist als pdf-Datei online.
mehr...
Sie finden hier Informationen zum laufenden Prozess KG+ der Kirchgemeinden Bassersdorf-Nürensdorf, Brütten und Lindau. Bei Fragen stehen Ihnen die gesamte Kirchenpflege, insbesondere die Präsidentin Gudrun Mandic, jederzeit gerne zur Verfügung.
mehr...